Wenn dir jemand nur einen einzigen Skincare‑Tipp geben dürfte, wäre es dieser: Trag jeden Tag Sonnencreme. Punkt. Hier ist, warum. Und wie du sie richtig verwendest.
UV‑Strahlung ist die Hauptursache für vorzeitige Hautalterung. Schätzungen aus der Dermatologie gehen davon aus, dass etwa 80 % aller sichtbaren Alterungserscheinungen (Falten, Pigmentflecken, schlaffe Haut) auf Sonnenexposition zurückgehen. Nicht auf das eigentliche biologische Altern.
Und: UV‑A‑Strahlung dringt durch Wolken, Glasfenster und auch im Winter durch. Selbst wenn du den ganzen Tag im Büro am Schreibtisch sitzt, bist du UV‑A ausgesetzt. Durch die Fenster, durchs Auto, durchs Bushaltestellen‑Glashaus.
Sonnencreme schützt nicht nur vor Sonnenbrand. Sie schützt vor genau dem, was Anti‑Aging‑Cremes für 200 € pro Tube angeblich rückgängig machen sollen. Vorbeugen ist deutlich billiger als reparieren.
Im Alltag: mindestens LSF 30. Bei längerem Aufenthalt im Freien (Strand, Bergwandern, Garten arbeiten): LSF 50+. Der Unterschied zwischen LSF 30 und LSF 50 ist im Schutz kleiner, als man denkt (~3 % mehr Schutz), aber bei intensiver Sonne lohnt sich der Aufpreis.
Wichtig: Achte auf UVA + UVB-Schutz. In Europa erkennst du UVA‑Schutz am eingekreisten "UVA"-Symbol auf der Verpackung. UVB‑Schutz wird durch den LSF angegeben.
Hier sündigen 90 % der Menschen, ohne es zu wissen. Studien zeigen: Die meisten verwenden nur ein Drittel der nötigen Menge. Damit erreichst du auch nur einen Bruchteil des angegebenen LSF.
Für das Gesicht brauchst du etwa eine erbsen- bis zwei‑erbsen‑große Menge. Für den Hals zusätzlich eine halbe Erbse. Für den ganzen Körper: ungefähr ein Schnapsglas voll Sonnencreme.
Ein guter Trick im Gesicht: Zwei‑Finger‑Regel. Drücke einen Streifen Sonnencreme auf Zeige- und Mittelfinger. Diese Menge ist ungefähr richtig fürs Gesicht.
Das ist die unangenehme Wahrheit: alle 2 Stunden, wenn du in der Sonne bist. Bei Schwimmen oder starkem Schwitzen sofort danach. Im Büro mit normalem Tageslicht‑Fenster reicht meist einmaliges Auftragen am Morgen.
Falls du Make‑up trägst: Es gibt mineralische Puder‑Sonnencremes oder Sprays, die du über das Make‑up auftragen kannst. Nicht ganz so gleichmäßig wie eine richtige Creme. Aber besser als gar nichts.
Wirken durch chemische Reaktion in der Haut. Vorteil: leicht, transparent, gut für unter Make‑up. Nachteil: Können bei empfindlicher Haut Reizungen verursachen. Beispiel‑Inhaltsstoffe: Avobenzone, Octocrylene, Tinosorb.
Wirken physikalisch. Sie reflektieren die UV‑Strahlung. Vorteil: weniger Reizungspotenzial, sofort wirksam. Nachteil: Können einen weißlichen Schimmer hinterlassen, vor allem bei dunklerer Haut. Beispiel: Zinkoxid, Titandioxid.
Welche besser ist? Die, die du wirklich jeden Tag verwendest. Wenn dir das mineralische Gefühl zu schwer ist und du sie deshalb nicht aufträgst, ist eine chemische besser. Und umgekehrt.